Mit den Morden von Halle hat der Judenhass in Deutschland ein neues Fanal gesetzt. Nun kann man hoffen, dass die Tat Wirkung zeigt, dass sie so etwas wie eine Selbstüberprüfung der gesellschaftlichen Mitte auslöst. Doch bisher deutet wenig darauf hin. Stattdessen machte nach den Verbrechen erneut das sedierende Wort vom Einzeltäter die Runde, suchte der Innenminister nach Gründen für die Taten in der Gamingszene. Doch so viel ist sicher: Stephan B. ist ein Rechtsextremer, und dass er wahrscheinlich allein handelte, darf nicht verschleiern, dass er Erzählungen benutzte, die auch von Rechtspopulisten in Talkshows vorgetragen werden.